10 Tipps zum Gemeinsam “groß werden“

Für fast jeden Job gibt es eine Ausbildung. Warum aber wird man bei der Erziehung der Kinder ins „kalte Wasser geworfen?“ Die Expertin Ingeborg Häuser-Groß hat hilfreiche Tipps, damit auch Du von Anfang an weißt, auf welche Details es ankommt, um gemeinsam groß zu werden.

Hör auf Dein Bauchgefühl 

Gelassenheit und Ruhe zu bewahren ist nicht immer ganz leicht. Dennoch sind die 1.000 oft uneingeforderten Ratschläge von Außenstehenden zwar gut gemeint, sorgen aber nicht selten für große Verwirrung. Verlass Dich auf das, was Dein Bauchgefühl Dir vermittelt.

Vergleich macht nicht reich, sondern unsicher!

Jedes Kind ist ein Individuum und muss im Sinne von „Du bist Du“ betrachtet werden. Vergleiche Dein Kind nicht mit Kindern aus der Krabbelgruppe. Was beim einen Sprössling hilft, muss für Dein Kind noch längst nicht die richtige Lösung sein. Natürlich ist es hilfreich, sich untereinander auszutauschen, aber die Kinder vergleichen, sollte man nicht. 

Baue keinen Zeitdruck auf

Nicht jedes Kind kann mit 12 Monaten laufen. Gib Deinem Kind die Zeit, die es braucht, um sich zu entwickeln. Bau bitte keinen Druck auf. Falscher Ehrgeiz von Vater und Mutter sind unangebracht! Dein Kind weiß in aller Regel sehr genau, wann es reif genug ist, neue Wege zu gehen. Im Zweifelsfall gibt es immer noch die regelmäßig stattfindenden Untersuchungen bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Sollte Dein Kind in der Entwicklung sorgniserregend hinterher hinken, wird sie bzw. er es rechtzeitig feststellen.

Lass Dein Kind selbst entscheiden

Nicht jedes Kind kann im Alter von sechs Jahren die Schule besuchen oder möchte ein Instrument lernen. Halte vielmehr die Augen und Ohren offen, um Deinem Kind eine unterstützende Begleitung zu sein. Es wird selbst wissen, was es möchte und was nicht. Manchmal ist weniger mehr. Kein Kind muss zwei Sprachen gleichzeitig lernen, einen Vereinssport betreiben oder zum Ballett gehen. Die ersten Jahre sind so wichtig. Lass das Kleine einfach nur Kind sein.

Freut Euch gemeinsam über die Entwicklungsschritte

Zeige Deinem Kind, dass Du auf jeden einzelnen Entwicklungsschritt stolz bist. Die Entwicklung in Sachen Krabbeln, Laufen, Sprechen und Co schreitet in den ersten Lebensjahren in rasantem Tempo voran. Lobe Dein Kind und bring Deine Freude zum Ausdruck.

Erkenne die Stärken und fördere diese

Die Vorlieben und Fähigkeiten Deines Kindes kannst Du einfach herausfinden, wenn Du es mit aufmerksamen Augen beobachtest. Das ist das Beste, damit sich das Kind weiterentwickeln kann. Somit stärkst Du das Selbstwertgefühl des Kindes und zeigst, dass Du ihm vertrauen.

Tränen und Traurigkeit musst Du achtsam begegnen

Bitte nimm Tränen und Traurigkeit Deines Kindes sehr ernst. Sätze wie „Das ist doch nicht so schlimm“ oder „Sei tapfer, Du bist doch schon so ein großes Mädchen!“ sind unangebracht. Schon ganz kleine Kinder nehmen sich solche Worte meist sehr zu Herzen. Sie tragen dieses Gefühl vom Versagen manchmal ein ganzes Leben mit sich herum.

Überfordere Dein Kind nicht, sondern fordere ihn angemessen

Fragen wie „Welche Sorte Eis möchtest Du heute essen?“ oder „Was willst Du anziehen?“ überfordern ein zwei- oder dreijähriges Kind. Mit seinen Gehirnleistungen ist ein Kleinkind noch nicht dazu in der Lage, Entscheidungen alleine zu treffen. Frage stattdessen zum Beispiel „Möchtest Du die rote oder die blaue Mütze tragen?“

Setze Grenzen

Zeige Deinem Kind klare Grenzen, die es nicht überschreiten darf. Wenn es zum Beispiel um 19 Uhr zu Bett gehen soll, darf diese Grenze nicht überschritten werden. Zeige Dich hierbei konsequent, auch wenn es nicht immer einfach ist. Kinder müssen lernen, dass nicht alles nach ihrem Kopf geht. Auf die Grenzen solltet Ihr Euch gemeinsam einigen.

Fühle Dich in Dein Kind ein

Kannst Du Dich noch an Deine eigene Kindheit erinnern? Vermutlich wirst Du Parallelen finden. Das schafft Verständnis. Sprich Dich auch mit Deinem Partner ab, welche Dinge erlaubt sind und welche nicht. Signalisiert Eurem Kind, dass Ihr eine Einheit bildet. Nur so kann es Vater und Mutter nicht gegeneinander ausspielen.

Über Ingeborg Häuser-Groß:

Ingeborg Häuser-Groß ist leidenschaftliche Mutter und Eltern-Kind-Coach mit 40 Jahren Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern. Unter anderem hat sie Familien in Kindergärten, Kliniken, Kindertagesstätten und auch in Sportvereinen begleitet und dabei mit verschiedensten Methoden die Probleme von Eltern und Kindern gelöst.

Bildbeitrag: Pexels – Vidal Valielo Jr

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