Die richtige Geburtsklinik finden

Die Möglichkeiten, ein Kind zur Welt zu bringen, sind für viele überwältigend. Es gibt Geburtskliniken, die sich auf eine besondere Art der Geburt spezialisiert haben. Andere sind besonders geeignet für Frühchen. Es gibt Geburtskliniken mit eigenen Hebammen und welche, in der man von der eigenen Hebamme betreut werden kann. Gerade, wenn Du dein erstes Kind zur Welt bringst, kann diese große Auswahl schon mal verunsichern. Wie auch Du die richtige Klinik für die Geburt findest, verraten wir Dir hier: 

Wann sollte man sich auf die Suche nach einer Geburtsklinik machen?

Du solltest spätestens ab der 27. Woche mit der Suche nach der geeigneten Klinik beginnen. Solltest Du Dich für eine besonders beliebte Klinik entschieden haben, kann es sein, dass Du auf eine Warteliste kommst. Am Besten rufst Du frühzeitig an und erkundigen dich. Insbesondere dann, wenn Du ein Einzel- oder Familienzimmer wünschst.  

Jede Klinik bietet werdenden Eltern die Möglichkeit zur Besichtigung. Allerdings sind die Verfahren recht unterschiedlich. Die einen bieten wöchentlich Informationsveranstaltungen mit Führung, andere machen es monatlich und für wieder andere muss man einen persönlichen Termin vereinbaren. Solltet Ihr Euch also mehrere Kliniken anschauen wollen, kann es Sinn machen, schon frühzeitig mit der Suche loszulegen. 

Wie weit sollte die Geburtsklinik maximal entfernt sein?

Nur die wenigsten Babys kommen als Express-Baby auf die Welt. Sobald die Wehen einsetzen haben die werdenden Eltern in aller Regel noch etwas Zeit, um zur Klinik zu gelangen. Grundsätzlich wird aber empfohlen, sich eine Geburtsklinik zu suchen, die nicht allzu weit vom eigenen Wohnort entfernt ist. 

Sollte Eure Wunschklinik weiter weg liegen, solltet Ihr immer die mögliche Verkehrssituation im Hinterkopf haben. Setzen die Wehen mitten in der Nacht ein, werdet Ihr wahrscheinlich flott durchkommen. Meldet sich der Nachwuchs allerdings während des Berufsverkehrs an, kann es schon mal knapp und somit auch nervenaufreibend werden. Daher kann es durchaus Sinn machen, sich für die Geburt in zwei Kliniken anzumelden. Dann könnt Ihr Euch, je nach Situation, spontan entscheiden.

Schaut Euch im Vorfeld auch schon mal die Parksituation genau an. Viele Kliniken bieten spezielle „Storchen-Parkplätze“ für die Begleitpersonen.  Sollte dies aber nicht der Fall sein, ist eine gute Vorbereitung alles. Ihr wollt ja nicht, dass der werdende Vater noch auf Parkplatzsuche ist, während der Nachwuchs bereits das Licht der Welt erblickt hat.

Welche medizinische Versorgung sollte die Geburtsklinik bieten? 

Ist es während Deiner Schwangerschaft schon zu Komplikationen gekommen ist oder sind Komplikationen zu erwarten, ist dies definitiv ein Kriterium für die Wahl der geeigneten Geburtsklinik. Je nach Ihrem Sicherheitsbedarf, solltest Du darauf achten, ob an die Geburtsklinik eine Kinderklinik angegliedert ist und ob es dort für den Notfall auch eine Frühchen- und/oder Intensivstation gibt. Man unterscheidet hier verschiedene Level.

Eine ganz gewöhnliche Geburtsklinik verfügt über einen Entbindungsbereich, aber nicht über eine eigene Kinderklinik. Auch kooperiert sie nicht mit einer nach dem Perinatalem Schwerpunkt zertifizierten Kinderklinik.

Über eine Entbindungsstation und eigene oder kooperierende Kinderklinik verfügt eine Geburtsklinik mit Perinatalem Schwerpunkt. Bei plötzlich auftretenden, unerwarteten Notfällen das Kind betreffend, ist ein Arzt oder eine Ärztin der Kinderklinik innerhalb von maximal 10 Minuten vor Ort. 

In einer Geburtsklinik Perinatalzentrum Level 2 gibt es eine Entbindungsstation, einen OP Bereich und eine Intensivstation für Frühchen. Auf allen Stationen hat immer eine Ärztin oder ein Arzt Bereitschaftsdienst. Das heißt aber nicht, dass sie oder er ständig anwesend ist.

Auch in einer Geburtsklinik Perinatalzentrum Level 1 gibt es eine Entbindungsstation, einen OP Bereich und eine Intensivstation für Frühchen. Hier gibt es allerdings mehr Intensivbetten und es ist immer eine Ärztin oder ein Arzt anwesend. 

Worauf sollte man bei der Ausstattung des Kreißsaals achten? 

Wünscht Du Dir für die Geburt eine ganz bestimmt Geburtsart (Link auf den Artikel)? Dann solltest Du natürlich die Geburtsklinik danach aussuchen. Sollte die Klinik diese Methode nicht anbieten, frage ruhig nach den Gründen. Vielleicht sind die Argumente überzeugend und Du kommst nochmals ins Grübeln.

Standardmäßig ist bei einer jeden Geburt eine Hebamme dabei. Sie ist so gut ausgebildet, dass sie ohne ärztliche Unterstützung die Geburt vornehmen darf und kann. Eine Ärztin bzw. ein Arzt hingegen ist verpflichtet, eine Hebamme dabei zu haben.

Es gibt zwei verschiedene Typen Hebammen, die selbstständigen Beleghebammen und die fest angestellten Hebammen. Der Vorteil einer Beleghebamme ist, dass sie die gesamte Geburt über bei Dir bleiben wird und auch diejenige ist, die die Nachsorge bei Dir Zuhause übernimmt. Auch von Vorteil: Die meisten Beleghebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse an. So könnt Ihr Euch schon vor der Geburt kennenlernen und ein persönlicheres Verhältnis und Vertrauen aufbauen. 

Was ist bei der Wochenbettstation zu beachten?

Es kann sein, dass es in den ersten Tagen zu Schwierigkeiten bei Stillen kommt. Dann ist es sehr hilfreich, wenn auf der Wochenbettstation immer eine spezielle International Board Certified Lactation Consultant (kurz: IBCLC) Laktationsberaterin beratend zur Seite steht.

Auch die Anzahl Betten pro Zimmer kann entscheidend sein. Manchmal kann schon eine froschgebackene Mutter zu viel sein. Aber wie immer, gibt es auch hier gute Argumente für ein Mehrbettzimmer: Die gesetzlichen Krankenkasse übernimmt nämlich die gesamten Kosten. Der Nachteil, man muss sich das Zimmer mit einer oder mehreren bis dato unbekannten Frauen teilen. Was aber auch sehr nett sein kann.

Wollen Du das „Risiko“ so gering wie möglich halten, solltest Du fragen, ob es möglich ist, in einem Zweibettzimmer unterzukommen. Meistens kostet das aber extra und wird nicht von der Krankenkasse zurückerstattet. Erkundigt Euch daher immer auch nach den Kosten.

Natürlich gibt es aber auch die Möglichkeit, eines der meist wenigen Einzelzimmer zu „buchen“. Je nach Klinik kann das aber ins Geld gehen und da der Geburtszeitpunkt nicht zu 100 Prozent vorhergesagt werden kann, außer bei einem geplanten Kaiserschnitt, kann genau dann das Einzelzimmer auch mal nicht zur Verfügung stehen. 

Wenn Ihr die ersten Tage und Nächste zusammen verbringen wollt, könnt Ihr auch ein Familienzimmer buchen. Aber auch das muss Du aus Deiner privaten Kasse zahlen.

Benötigen Sie Unterstützung bei amtlichen Angelegenheiten? Bei der Anmeldung der Geburt beim Standesamt? Es gibt Geburtskliniken, die hier Unterstützung anbieten. Hilfreich ist aber auch unsere Checkliste „Bürokratische To Dos nach der Geburt“.

Letztendlich sollten Ihr Euch bei der Suche nach der richtigen Entbindungsklinik aber auf Euer Bauchgefühl verlassen. Wenn Ihr Euch nicht ganz darauf verlassen wollt, hilft unser „Checkliste – Geburtsklinik“.

Bildnachweis: Pexels – Vidal Balielo Jr

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