Stillen im Job – So funktioniert’s

Noch während der Stillphase zurück in den Job? Wer als Mutter früh wieder einsteigen und das Neugeborene weiter stillen möchte, steht vor der Herausforderung, Beruf und Stillen zu vereinbaren. Bedenkt man, dass ein Baby im Durchschnitt alle vier Stunden gestillt werden möchte, kann das anstrengend werden. Aber es gibt diverse Möglichkeiten, um auch die Herausforderungen von Job und Stillen zu vereinbaren. 

Dein Recht: Stillzeit ist Arbeitszeit

Viele Arbeitgebende und auch zahlreiche Personaler und Personalerinnen kennen nicht die gesetzlich vorgeschriebene Länge von Stillpausen oder den besonderen Arbeitsschutz für Mütter, die trotz Job Stillen wollen. Es lohnt sich daher ein Blick in das Mutterschutzgesetz. Schwangere sind durch dieses Gesetz umfangreich geschützt und stillende Mütter sind ihnen rechtlich gleich gestellt. Laut Mutterschutzgesetz* stehen einer stillenden Mutter am Arbeitsplatz Stillpausen zu. Die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde, muss ihr auf Verlangen freigegeben werden. Das gilt auch, wenn sie ihren Job in Teilzeit ausführt. Überschreitet ihre zusammenhängende Arbeitszeit mehr als acht Stunden, stehen ihr sogar zweimal eine Stillzeit von mindestens fünfundvierzig Minuten zu. Gibt es in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit, erhält sie eine Stillzeit von mindestens neunzig Minuten pro Tag. Die Dauer der Stillzeit ist gesetzlich nicht geregelt, geschützt ist jedoch der Zeitraum bis zu einem Jahr.

Stillen am Arbeitsplatz

Wohnst Du in der Nähe Deines Jobs, ist das Stillen während der Arbeitszeit in aller Regel kein allzu großes Problem. Zumindest dann nicht, wenn jemand das Kind vorbei bringen kann oder Du schnell beim Kind „vorbeischauen“ kannst. Auch wenn das Kind in der Unternehmenskita betreut wird, lässt sich das Stillen sehr gut mit der Erwerbstätigkeit vereinbaren. In den meisten Fällen wird die Mutter von den Betreuerinnen angerufen, sobald das Baby Hunger bekommt und kann sich dann kurz zurückziehen. Diesen Luxus genießen aber nur wenige. Den meisten bleibt nur die Variante: Stillen am Arbeitsplatz. Diese Variante, hört sich zunächst einmal wenig attraktiv an. Viele Unternehmen bieten heute aber bereits spezielle Räume an, in die sich Stillende zurückziehen können. Jetzt muss „nur“ noch das Baby zur Mutter kommen. Eine Möglichkeit ist es, dass das Baby gebracht wird. Eine Möglichkeit, die oft von Paaren genutzt wird, bei denen der Partner Elternzeit nimmt, während die Mutter wieder in den Beruf einsteigt. 

Gut zu wissen:

Nicht immer kommt die Stillzeit gelegen. Das Stillen kann dann schon mal den Arbeitsprozess unterbrechen oder mitten in eine Besprechung fallen. Für diesen Fall ist es ratsam, einen Plan B bereit zu halten. Zum Beispiel Muttermilch abzupumpen, so dass diese bei Bedarf gefüttert werden kann.

Die Alternative zum Stillen: Abpumpen

Um abpumpen zu können, sind lediglich eine transportable Milchpumpe, ein Rückzugsort am Arbeitsplatz und ein Kühlschrank nötig – abgepumpte Milch ist bei Zimmertemperatur vier Stunden haltbar. Im Kühlschrank hält sie sich für ungefähr 24 Stunden und im Gefrierfach sogar bis zu einem halben Jahr. Beschrifte die Milch, damit die Kinderbetreuung nicht nur weiß, welche Milch zu welchem Kind gehört, sondern auch damit die Haltbarkeit nicht überschritten wird. Außerhalb Deiner Arbeitszeiten kannst Du Dein Kind einfach wie gewohnt weiter stillen. 

Damit das Zufüttern mit Flasche gelingt, solltest Du

  • zwei Wochen, bevor Du wieder in den Beruf einsteigst, mit dem Abpumpen beginnen. So kannst Du Dich zum einen an das Abpumpen gewöhnen und zum anderen schon mal einen kleinen Vorrat einfrieren. Tipp: Friere Portionen von 50 – 100 ml ein. Dann muss nicht so viel weggeschüttet werden.
  • Gewöhne Dein Kind in dieser Zeit daran, dass es von einer anderen Person gefüttert wird. Das Kind muss lernen, die Flasche auch von der zukünftigen Betreuungsperson anzunehmen. Abgesehen davon ist es für Dich beruhigend zu wissen, dass alles klappt.
  • Es gibt Kinder, die nicht aus der Flasche trinken wollen. Gehört Dein Kind dazu, versuche es mit der Becherfütterung. Das bedarf einiger Übung, ist aber insgesamt nicht aufwendiger als mit der Flasche zu füttern.

Manchmal kann es passieren, dass sich die Milchmenge verringert, sobald man wieder in den Beruf einsteigt. Die Gründe dafür sich sehr verschieden. Ist das bei Dir der Fall, solltest Du häufiger abzupumpen und am Besten das Baby auch nachts stillen. Insbesondere das Stillen in der Nacht fördert die Milchproduktion. 

Weitere Tipps rund um das Stillen und Abpumpen findet Du auf der Seite des Bundesverbands der Frauenärzte

*In jedem Bundesland gibt es eine Aufsichtsbehörde, die über den Stillschutz wacht, die Kontaktadressen erhält man auf der Seite der Bundesfamilienbehörde zum Thema Mutterschutz.

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